Fragen und Antworten zur Homöopathie

Die Homöopathie ist eine alte Wissenschaft, sie beruht auf vielen Erfahrungen und weist zahlreiche Behandlungserfolge auf. Auch sie wird ständig verändert und weiter entwickelt, doch bei ihr lassen sich nicht ohne weiteres moderne Standards, wie zum Beispiel Studien zum Wirkungsbeweis, anlegen. Denn die Homöopathie richtet sich nach dem einzelnen Individuum und dessen Konstitutionen. So kann es sein, dass Patienten mit ähnlichen Beschwerden ganz unterschiedliche homöopathische Medikamente gegeben werden. Die Wahrscheinlichkeit, genügend Menschen mit den gleichen Konstitutionen und Beschwerden zu finden, um sie in einer Studie nebeneinander zu stellen und zu testen, ist sehr gering. Ein Wirksamkeitsnachweis durch Studien scheidet daher aus.

Trotzdem ist die Homöopathie ein fester und wichtiger Bestandteil der Medizin, denn die jahrhundertelange Praxis zeigt zum Teil beachtliche Erfolge. Auch und vor allem Patienten, die in der Schulmedizin ‚austherapiert’ waren, können von der Homöopathie profitieren. Empirie nennt man dies – Nachweis aufgrund von Erfahrung. Doch dies widerspricht der heutigen Zeit, die geprägt ist durch den Wunsch, für jede Wirkung einen Beweis und für alle Vorgänge eine Erklärung zu haben.

Arzneimittel ohne Studien?

Alle Arzneimittel, die sich auf dem Gesundheitsmarkt befinden, müssen für ein bestimmtes Anwendungsgebiet zugelassen sein. Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) vergibt eine Zulassung nur, wenn die Wirksamkeit des Arzneimittels in dem Anwendungsgebiet mit Studien belegt ist.
Und nun? Sind homöopathische Mittel keine Arzneimittel? Doch, sind sie. Gibt es für sie kein Gebiet, in dem sie angewendet werden? Doch – wie die Praxis seit Jahrhunderten zeigt.

Kein Anwendungsgebiet – und nun?

Die Problematik wurde dahingehend gelöst, dass viele Homöopathika ‚registriert’ wurden. Sie haben offiziell kein Anwendungsgebiet mehr. Stattdessen ist folgendes zu lesen:

"Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation. Hinweis: sollten unter Anwendung des Arzneimittels die Krankheitssymptome fortdauern, ist medizinischer Rat einzuholen."

Als Alternative findet man, gerade bei Komplexmitteln, zwar noch eine Indikation, doch häufig eine andere Zusammensetzung – einige der Einzelmittel wurden herausgenommen. Grund: das BfArM hat entschieden, dass die herausgenommenen Bestandteile nicht zum Anwendungsgebiet passen. Obwohl das Homöopathikum seit Jahrzehnten gute Wirkung gezeigt und viele zufriedene Anwender hat.

Wer fragt, bekommt Antwort

Für die Zukunft bedeutet dies, dass der Patient immer häufiger fragend vor einer fehlenden Indikation oder einer Änderung der Zusammensetzung bzw. des Namens steht. Hier sind die Therapeuten, Apotheker und natürlich die Hersteller die richtigen Ansprechpartner um Verunsicherungen aus dem Weg zu räumen.